Kollaboratives Lernen in Zeiten von KI: Chancen, Herausforderungen und neue Perspektiven für Hochschulen

Kollaboratives Lernen gilt seit jeher als zentrales Element erfolgreicher Hochschulbildung. Der gemeinsame Austausch, das Arbeiten in Teams und das voneinander Lernen fördern nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und soziale Intelligenz. Doch was bedeutet kollaboratives Lernen, wenn Künstliche Intelligenz zunehmend als „Mitlernende", als Werkzeug oder als unsichtbare dritte Kraft in Lernprozesse eingreift? 

Die rasante Entwicklung generativer KI-Systeme verändert die Art und Weise, wie Studierende zusammenarbeiten, Wissen konstruieren und Aufgaben bewältigen. Während KI-Tools neue Möglichkeiten für Feedback, Ideengenerierung und asynchrone Zusammenarbeit eröffnen, werfen sie gleichzeitig grundlegende Fragen auf: Wie lässt sich authentische Kollaboration von KI-gestützter Einzelarbeit unterscheiden? Welche Kompetenzen brauchen Studierende, um in hybriden Mensch-KI-Teams produktiv zu arbeiten? Und wie können Lehrende kollaborative Settings gestalten, die KI sinnvoll integrieren, ohne den zwischenmenschlichen Austausch zu verdrängen?

 

Keynote

Große Ideen, kleine Stolpersteine: Über die Voraussetzungen für KI-gestützte Lehre.

In diesem fnma Talk beleuchtet Dominik Freinhofer die Voraussetzungen, damit KI-gestützte Lehre gelingt, auf mehreren Ebenen:

Dreieinhalb Jahre nach der breiten Verfügbarkeit von ChatGPT hat sich im Bildungsbereich gleichzeitig sehr viel und sehr wenig getan. Die Optimist:innen sind leiser geworden, die düstersten Szenarien der Pessimist:innen sind nicht eingetreten. Geblieben ist ein eigentümlicher Schwebezustand: Vieles müsste sich ändern, vieles wird sich ändern – und doch steckt vieles fest. Woran liegt das: an der Technologie, an den Institutionen oder an den Menschen?

Als Pädagoge, der seit 2023 generative KI in der Lehre einsetzt und zugleich als Gegenstand unterrichtet, habe ich vieles ausprobiert. Einiges war ein voller Erfolg, anderes ging gründlich daneben, und mehr als einmal geriet ich an die Grenzen des Hochschulsystems. In dieser Keynote teile ich diese Erfahrungen und ziehe Lehren daraus. Im Zentrum stehen die Voraussetzungen, die auf vier Ebenen gegeben sein müssen, damit KI-gestützte Lehre gelingt: bei den Studierenden, den Lehrenden, den Hochschulen und den KI-Tools selbst. Denn oft ist es nicht der Mangel an guten Ideen, der ein Vorhaben scheitern lässt, sondern die kleinen Stolpersteine, die erst in der Umsetzung sichtbar werden.

Dominik Freinhofer ist Pädagoge mit dem Schwerpunkt KI-Kompetenzen in der Lehrer:innen- und Erwachsenenbildung. In Zusammenarbeit mit zahlreichen österreichischen Bildungseinrichtungen hat er bereits tausende Lehrpersonen, Arbeitnehmer:innen und Führungskräfte im Umgang mit generativer KI geschult. 2024 und 2025 war er als wissenschaftlicher Projektmitarbeiter an der Universität Graz tätig, am Institut für Ethik und Gesellschaftslehre sowie am Institut für Bildungsforschung und PädagogInnenbildung. Seit 2025 ist er Lecturer für ethische und bildungswissenschaftliche Aspekte im Micro-Degree „KI und Gesellschaft“ an der Universität Graz. Gemeinsam mit Forschenden der PH Tirol, PH Oberösterreich und HAUP hat er das PCRR-Framework (https://pcrr.info) entwickelt – ein Modell zur Integration von KI in schulische Schreib- und Lernaufgaben. Er ist Autor mehrerer Fachpublikationen zum Einsatz von KI im Bildungsbereich; zuletzt erschien sein Buch „KI in Lehre, Weiterbildung und Training“ im Rheinwerk Verlag.

 

Podiumsdiskussion

Im Anschluss an die Keynote findet eine spannende Podiumsdiskussion mit weiteren Autor:innen statt, welche einen Beitrag zum Schwerpunktthema "Kollaboratives Lernen in Zeiten von KI: Chancen, Herausforderungen und neue Perspektiven für Hochschulen" für das Sommermagazin verfasst haben. Als Teilnehmer:innen an der Podiumsdiskussion dürfen wir Anja Höft (HDM Stuttgart), Manuel Rotter (FHTW) sowie Heidi Niederkofler (Uni Wien) ankündigen. 

 

Über den Button rechts gelangen Sie am 26. Juni direkt zum Talk. Im Anschluss an den Talk wird an dieser Stelle und im fnma YouTube Kanal eine Aufzeichnung des Talks veröffentlicht.