Digitale Souveränität von österreichischen Hochschulen: unabhängig, offen und zukunftsfähig

Digitale Souveränität ist längst mehr als ein technischer Begriff. Sie berührt Fragen der Handlungsfähigkeit unserer Hochschulen, der verlässlichen Infrastruktur, des Datenschutzes, der Governance – und nicht zuletzt der Bildungsgerechtigkeit. In einer Zeit, in der sich Lehr- und Lernökosysteme immer stärker auf Plattformen, Clouds, KI-Services und integrierte Tool-Landschaften stützen, wird die Frage nach dem Wie und Womit zu einer Frage nach dem Warum und Wozu.

Souverän zu handeln heißt nicht, sich von allem Bekannten zu verabschieden. Es heißt vielmehr, bewusste Entscheidungen treffen zu können, und zwar basierend auf Kompetenz, Transparenz und Verantwortung.

 

Keynote

Digitale Souveränität muss nachhaltig sein

Im fnma Talk widmete sich Frank Karlitschek der Frage, was digitale Souveränität für Hochschulen tatsächlich bedeutet – jenseits politischer Schlagworte und marketinggetriebener Versprechen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass vermeintlich „souveräne“ Cloud- und Softwareangebote oft weiterhin rechtlichen, technischen und ökonomischen Abhängigkeiten unterliegen.

Der Talk spannt den Bogen zwischen den Extremen vollständiger Abhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern und der unrealistischen Vorstellung totaler Autonomie durch Eigenentwicklung. Diskutiert wird, warum beide Wege für Hochschulen problematisch sind – und weshalb Open-Source-Software einen tragfähigen Mittelweg darstellt. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um nachhaltige Finanzierung, Vendor-Lock-in, Datenportabilität, Sicherheit sowie die Rolle von Communities und europäischen Anbietern.

Ein besonderer Fokus liegt auf Open-Source-Governance als strategischem Hebel: Wie können Hochschulen durch koordiniertes Beschaffen, Mitgestalten und Zusammenarbeiten stabile Ökosysteme aufbauen und so langfristige digitale Souveränität sichern? Der fnma Talk richtet sich an Entscheidungsträger:innen, IT-Verantwortliche und alle, die digitale Infrastruktur in Hochschule und Wissenschaft zukunftsfähig gestalten wollen.

Frank Karlitschek ist Gründer und CEO von Nextcloud, eine Open-Source-Kollaborationsplattform aus Europa. Er entwickelt seit über 25 Jahren Open Source Software und ist ein großer Fürsprecher für Digitale Souveränität.

 

Podiumsdiskussion:

Im Anschluss an die Keynote fand eine Podiumsdiskussion mit weiteren Autor:innen statt, welche einen Beitrag zum Schwerpunktthema "Digitale Souveränität von österreichischen Hochschulen: unabhängig, offen und zukunftsfähig" für das Wintermagazin verfasst haben:

  • Karsten Böhm, FH Kufstein
  • Sandra Schön, TU Graz 

Aufzeichnung des Livestreams